Spontane Sprachreise
In meinem Studienplan sind zwei Sprachzertifikate vorgesehen und da ich Englisch schon in der Tasche hatte und mein Schulfranzösisch in den Tiefen meiner Synapsen verschollen war, begann ich mit Spanisch. Der Unterricht an der Uni war relativ ereignislos, wenigstens war der Kursleiter aus Barcelona lustig und unkompliziert. Um dem Sprachniveau von: "¿Hola, qué tal?" zu entwachsen, entschied ich mich in den Semesterferien spontan nach Andalusien zu fliegen. Ich hatte keine Lust auf ein Hotel, was ich dann aus Bequemlichkeit und meiner Liebe zu Pools doch nie verlassen hätte. Also hab ich diese neue Vermittlungsseite http://wimdu.de ausprobiert, auf der man Ferienwohnungen finden oder halt auch selbst anbieten kann. Ich habe eine schöne Wohnung in Strandnähe entdeckt, deren Eigentümer ebenfalls gerade ihre Sprachkenntnisse im Ausland unter Beweis stellen will. Also bin ich mit Sack und Pack gen Süden.
Schon beim Öffnen der Türen des Flugzeugs überrollt einen die Hitzewelle. Mit Müh und Not fand ich den Weg zur Wohnung mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Ich war ziemlich überrascht, dass die Wohnung doch so groß ist, wie auf den Fotos. Bloß gut, dass ich mich beim Packen nicht zurückgehalten habe. Ich hatte extra ein paar kurze Abendkleider eingepackt, da der Kursleiter uns erzählt hatte, dass die Bottellons, gemeinsames Vorglühen am Strand, immer mit einer ausgiebigen Tour durch die Clubs enden. Meine Outfits waren auch immer ein guter Gesprächsbeginn, die meisten Mädchen wollten unbedingt wissen, wo ich einkaufe und verabredeten sich sofort mit mir auf eine Shoppingtour. Zu den Kleidern gehören natürlich auch die passenden Schuhe. Am Strand konnte ich ja barfuß gehen, doch nach der ersten durchtanzten Nacht war ich ganz froh, dass in der Wohnung ein kleiner Erste-Hilfe-Koffer von Europharma war, in dem sich auch Pflaster befanden. Die hatte ich nämlich bei den ganzen Klamotten vergessen einzupacken.