Eine Reise in die Vergangenheit...
Schon seit dem Altertum regelten Kleiderordnungen die Klassenunterschiede. Schon früher konnte man sagen "Kleider machen Leute". Vorschriften mit genaueren Angaben über den Schnitt, Farben, Stoffmaterial sollten vor wirtschaftlichen und auch moralischen Ausschweifungen bewahren. Am ehesten lässt sich das Abendkleid auf das Ballkleid im Mittelalter zurückführen, dem anlässlich eines Festes getragenen wertvollen Gewand. Aus heutiger Sicht waren Abendkleid und Ballkleid also eins. Im Laufe der Jahrhunderte hat sich die gesellschaftliche Bedeutung von regelmäßigen großen Bällen allerdings verloren, so dass auch die aufwendig aus edelsten Stoffen gearbeiteten Ballkleider von den etwas weniger exklusiven Abendkleidern verdrängt wurden. Bis in die 30er Jahre des letzten Jahrhunderts unterschied man noch Form und Stil des Kleides nach der Tageszeit und dem Anlass.
Je später der Tag, umso exquisiter die Garderobe. Heute ist das Ballkleid die einzige Kleiderform, die ausschließlich einen bestimmten Anlass zugeordnet wird, nämlich einer festlichen Ballnacht, das Abendkleid jedoch ist weit häufiger vertreten und kann als festliche Robe auf jedem eleganten gesellschaftlichen Ereignis getragen werden . Ende des 2. Weltkriegs erfand die legendäre Pariser Modeschöpferin Coco Chanel für die zahlreichen jungen Kriegswitwen das "Kleine Schwarze", in den wilden Zwanzigern kreierte sie das sehr ähnliche Cocktailkleid und bereicherte die Abendmode somit um zwei zeitlose Klassiker. Nachfolgend geben wir Ihnen einen Überblick der frühen Zeitepochen der Entwicklung von Mode, speziell bei Kleidern:
Spanische Mode von 1550-1618
Die Habsburger waren ein führendes europäisches Adelsgeschlecht. Um 1519-1556 Mit Karl dem V. wurde die Weltmacht der Habsburger begründet. Schwarz war die vorherrschende Farbe der spanischen Hoftracht. Das markanteste Kleidungsstück der spanischen Hoftracht war die Halskrause. Der „edle Kopf“ wurde vom sündenanfälligen Körper einer Frau optisch getrennt. Der Der Körper wurde außerdem optisch in 2 Teilen geteilt und der Rock mit einem Reifrock gestützt. Dem Mann wurde in das Herrenkostüm ein Gänsebauch gearbeitet, der Wohlstand verkörperte. Dazu gehörte auch eine kurze Pluderhose mit Schamkapsel die dazu diente, besonders die Männlichkeit auszustrahlen.
Barock von 1618-1715
Am österreichischen Hof wurde die spanische Tracht unverändert bis nach dem Jahre 1700 getragen. In den übrigen Ländern Europas bestimmte zunächst die Kleidung der Landknechte des 30jährigen Krieges im Jahre 1618-1648. Die strenge spanische Hoftracht wurde von den wohlhabenden niederländischen Bürgerinnen beeinflusst. Sie trugen tiefe Dekolletés und weite, fließende Röcke in vielen bunten Farben. Und lösten so die Strenge der spanischen Hoftracht.
Rokoko- Spätbarock
Gehört zur Weiterentwicklung der Epoche des Barock im Jahre 1735- bis 1770/ 1790 Nicht zu klären ist, ob der Rokoko als eigene Kunstform zu gelten, da er aus dem Barock entstanden ist. Sehr viele Kunsthistoriker nehmen sich deshalb den Begriff Spätbarock an statt des Rokokos.
Französische Revolution
Die Französische Revolution (1789-1795) beendete die modische Vormachtstellung des Adels. Das Bürgertum bestimmte weitgehend die Mode. In der Damenmode wurde für die Frau die griechische Antike zum Vorbild. Die hoch angesetzte Taille bestimmte die neue Linie für die Dame und den Herrn. Die röhrenförmige, lange Herrenhose reichte oft bis unter die Achseln. Das durchsichtige Kleid „Chemise“ aus weißem Baumwollmusselin wurde über hautfarbenem Trikot getragen, das Korsett verschwand. Weiß hielt man schon damals für die Farbe der Antike. Um die Seidenindustrie aus der Heimat zu fördern, verbot Napoleon die Einfuhr dünner Baumwollstoffe aus Indien. Die Kleider bekamen eine steife und kegelförmige Silhouette. Ein unerlässliches Accessoire war der Kaschmir-Schal. Ab 1812 wurden in Wien die kostbaren Tücher mit türkischen Mustern hergestellt.
Biedermeier von 1820-1845
Im Jahre 1814/15 auf dem Wiener Kongress entschied man nach dem Sturz Napoleons I. über die Neuordnung der Länder Europas. Der Herr, Fürst Metternich, österreichische Staatsmann war bestrebt, die vorrevolutionären Verhältnisse wieder herzustellen. Sein Konservativismus trug wesentlich zum Ausbruch der Revolution von 1848 bei. Mit dem Korsett kehrten die engen Taillen zurück. Voluminöse Keulenärmel betonten die Schultern. Der glockenförmige Rock wurde durch Schichten von mehreren Unterröcken gestützt. Erst ab dem Jahre 1840 nahmen Ärmel- und Rockweite ab. Auch der Herr trug unter dem eng taillierten Gehrock ein Korsett! Die schmale lange Röhrenhose war um 1840 fester Bestandteil der Herren-Garderobe.
